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EKS-Strategie vs. Kybernetische Managementlehre

07.10.2016 18:26:14

"KYBERNETISCHE MANAGEMENTLEHRE (EKS®)" vs. "EKS-Strategie"

Die sogenannte "EKS-Strategie" (auch "Engpasskonzentrierte Strategie" genannt) und die von Richard Seeger vollständig überarbeitete "KYBERNETISCHE MANAGEMENTLEHRE (EKS)" gehen jeweils auf die gleichen ursprünglichen Ansätze von Wolfgang Mewes zurück. Aber trotz Namensgleichheit unter der geschützten Marke EKS® könnten die Unterschiede heute nicht größer sein. Dieser Beitrag vergleicht beide Interpretationen.

Ausgangspunkt der EKS war Mewes` Erkenntnis von 1958 aus der Bilanzbuchhaltung, Kostenrechnung und Betriebswirtschaftslehre, dass nicht die Kosten- und Ertragsverhältnisse, sondern die jeweiligen Macht- bzw. Abhängigkeitsverhältnisse für die Entwicklung von Menschen und Unternehmen entscheidend sind. Die klassische Betriebswirtschaftslehre hatte die Machtprobleme ausgeklammert. Aus der Erfahrung mit Teilnehmern seiner betriebswirtschaftlichen Lehrgänge hat Mewes seine Erkenntnisse für andere nachvollziehbar in dem Lehrgang KYBERNETISCHE MANAGEMENTLEHRE (EKS) formuliert, den er von 1970 bis 1990 unter dem Wolfgang Mewes Verlag publizierte. In diesem Fernlehrgang zeigte er die generelle Vorgehensweise auf, die zur Eroberung einer strategischen Schlüsselposition von Einzelpersonen (Angestellte, Freiberufler und Unternehmer) und der damit zu erreichenden Verbesserung der Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse im Mosaik sozio-ökonomischer Gesellschaften (Abteilungen, Betrieben und Märkten) führt.

1. Die "EKS-Strategie"

Nach Übernahme der Marken- und Werknutzungsrechte durch die Frankfurter Allgemeine Zeitung 1990 und durch die redaktionelle Bearbeitung der damaligen FAZ-Redakteurin Frau Dr. Kerstin Friedrich wurde der völlig neu gefasste Lehrgang unter der Bezeichnung »Die EKS-Strategie« (Engpasskonzentrierte Strategie) als gedruckter Lehrgang herausgegeben. Die damit versprochenen Ursache- Wirkmechanismen werden mit folgenden Phasen beschrieben:

1. Ist-Situation feststellen, eigene Stärken als Kernkompetenz ermitteln. 

2. Das erfolgversprechendste Spezialisierungsfeld erarbeiten. Worin liegen die größten Chancen? 

3. Erfolgversprechendste Zielgruppe erarbeiten. Wer kann unsere Leistung(en) am besten 
gebrauchen – und wer passt zu uns als Kunde? 

4. Größter Engpass der Zielgruppe. Welches Problem können wir in dieser Kundengruppe lösen? 

5. Innovieren – basierend auf dem Bestreben, weitere Lösungen für die Kundenprobleme zu 
schaffen. Nach dem Lösen eines Engpasses entstehen beim Kunden neue/ andere Probleme. 

6. Durch die Konzentration auf die Kernkompetenz werden ggf. Kooperationen sinnvoll oder 
notwendig. 

7. Phase 7, in der ein konstantes Grundbedürfnis für die jeweilige Zielgruppe dauerhaft gelöst wird. 
Ziel ist die Marktführerschaft. 


Kritik

Trotz vordergründiger Logik und die in den Publikationen metaphorisch verwendeten Begriffe aus der Kybernetik und den Systemwissenschaften würden deren führende Vertreter in diesem Modell mehrere erkenntnistheoretische Fehler ausmachen. Diese Fehler wären nur dann zu vernachlässigen, wenn nach der Lektüre solcher EKS-Publikationen die praktische Umsetzungs-Quote signifikant größer wäre. Das ist objektiv nicht der Fall. Warum? Die Umsetzungs-Probleme sind teilweise systemimmanent. In dieser Schrift kann das nicht vollständig begründet werden. Deshalb nur der Hinweis auf einen Aspekt: Schon Peter Drucker hatte früh festgestellt, dass »Führen« und »Ausführen« getrennt sein müssen. Und der Nestor des Marketingdenkens in Europa, Dr. Herbert Gross, hat in zahlreichen praktischen Beispielen deutlich gemacht, dass eine konsequente Zielgruppenorientierung nur dann möglich ist, wenn ein Unternehmen nicht gleichzeitig ein »vested interest« an der eigenen Produktion – und das gilt auch für Dienstleistungen – hat. Aber genau das wird bei der 7-Phasen-EKS-Strategie gleich am Anfang durch die Orientierung an eigenen, vorhandenen Stärken erzeugt, nur um diese spätestens bei Phase 7 wieder zu überschreiten. Die »eigenen Stärken» liegen bei dieser Definition - und wie sie von den EKS-Adepten überwiegend interpretiert werden - zwangsläufig innerhalb der eigenen Ressourcen und Kapazitäten.

Auch der Evolutionsforscher und Biologe, Prof. Dr. Hans Hass, gibt uns diesen Hinweis. Es sei der von ihm sogenannte »Psycho-Split«, also das jeweils nur halbherzige Verfolgen der Zielgruppen-Bedürfnisse, verursacht durch das gleichzeitige, aber auch notwendige Denken an die Eigen-Interessen (hier: möglichst profitable Nutzung der eigenen, vorhandenen Ressourcen und Kapazitäten), der den Umsetzungserfolg der EKS von Anfang an verhindere oder erschwere. Diese Feststellung erinnert etwas an die Problematik der heute als wirkungslos entlarvten Freudschen Psychoanalyse, von der böse Zungen behaupten, sie sei »die Krankheit, die sie zu heilen verspricht«. In ähnlich provokanter Weise könnte man danach feststellen, dass die 7-Phasen-EKS-Strategie das Problem ist, das sie zu lösen verspricht.

Fazit

Der ursprünglich richtig erkannte Ansatz von Mewes wurde in die falsche Richtung gelenkt und die – wie bei jedem anderen großen Entdecker auch – anfangs vorhandenen Irrtümer wurden nicht beseitigt, sondern eher verstärkt.

 

2. Die "KYBERNETISCHE MANAGEMENTLEHRE (EKS)"

EKS®-Markeninhaber Richard Seeger, der seit Anfang der 1990-er Jahre ein Bearbeitungsrecht an der EKS hat und ursprünglich im Auftrag der Frankfurter Allgemeine Zeitung die elektronische Version (EKS-PC®) entwickelt und die Rechte daran im Jahr 2010 auf Malik Management St. Gallen übertragen hat, bietet heute eine Neufassung der KYBERNETISCHEN MANAGEMENTLEHRE (EKS) – wieder unter der Bezeichnung "EKS-Power Coaching oder EKS-PC®". Nach dem heutigen Kenntnisstand handelt es sich um eine äußerst wirkungsvolle Technik und Kunst, wie man seine Position als Mensch oder Unternehmen verbessert und Know-how, Energien, Mittel und Kapazitäten besser nutzbar macht. 

Die Teilnehmer lernen deshalb zuerst das externe Know-how, die Ressourcen und Kapazitäten – insbesondere von Spezialisten – für ihre Problemlösungs-Systeme nutzbar zu machen. Zeit ist die wichtigste »Währung« und alles in allem ist das Leben kurz. Wenn man versucht, die nötigen Fähigkeiten und Spezialkenntnisse selbst zu entwickeln, dauert das alles viel zu lange. Die meisten schaffen das nicht und verschleißen sich selbst. EKS-Manager machen sich deshalb das Know-how, die Leistungen und Kapazitäten extern vorhandener Kräfte nutzbar (anstatt interne Stärken, eigene Leistungen und Kapazitäten aufzubauen, wie die "EKS-Strategie" dies empfiehlt). Und zwar nach folgendem, sich ggf. mehrfach wiederholenden Code:

Utilisiere, innoviere, multipliziere, navigiere

1. Identifikation eines möglichst wichtigen Problems oder eines unzureichend befriedigten Bedarfs
2. Konzeptionelle Entwicklung eines nutzen- bzw. wertsteigernden Problemlösungs-Programmes
3. Suche und Integration (extern) vorhandener Funktionen (Komponenten) 

4. Lizenzierung oder »Komposition« des Proto-Typs
5. Laufende Verbesserung (Innovation) und größtmögliche Multiplikation
6. Kybernetische Regelung und Steuerung von Projekten, Spezialisten-Teams und Unternehmen mit 
der EKS-Bilanz® (Spannungsbilanz). Die Umsetzungsgarantie: Nur was gemessen wird, wird getan.

Das ist die Weiterentwicklung der ursprünglichen EKS-Formel »Schöpfe, programmiere, multipliziere« und die konsequente Umsetzung der ENERGON-Lehre nach Prof. Dr. Hans Hass. Diese Methode wirkt absolut sicher. Bei Bedarf werden die Teilnehmer mit systemischem Coaching unterstützt.

Das interaktive E-Learning-Programm ermöglicht sowohl die individuelle Entwicklung jedes Teilnehmers für sich allein oder die gegenseitige Förderung und Beschleunigung der Strategieumsetzung. Der neue Lehrgang ist auch eine besonders konsequente und auch zeitgemäße Interpretation des Schumpeter'schen Innovators oder Entrepreneurs. Für Teilnehmer mit dieser Ambition ist der Kurs die praktische Umsetzungsmethode der Schumpeter ́schen Wirtschaftsauffassung für das 21. Jahrhundert. Und für Angestellte ist sie die Non-Plus-Ultra-Karriere-Strategie.

Mit der Neufassung der KYBERNETISCHEN MANAGEMENTLEHRE (EKS) sind in Zukunft bisher unvorstellbare Problemlösungen möglich. Übrigens: Der Mitbegründer der Systemwissenschaften, Gregory Bateson, hielt die Kybernetik für den „ ... größten Bissen aus der Frucht vom Baum der Erkenntnis, den die Menschheit in den letzten zweitausend Jahren zu sich genommen hat...“

Hier finden Sie weitere Informationen zum E-Learning Programm EKS-PC®

Topics: EKS-Strategie

Hubert Lingg

Verfasst von Hubert Lingg